Was sollte eine werdende Mutter wissen...

Die oberste Priorität einer werdenden Mutter ist es, sowohl ihre eigene Gesundheit zu schützen als auch die gesunde Entwicklung ihres Babys zu fördern. Die Schwangerschaft ist ein wundersamer, aber ebenso empfindlicher Prozess, in dem sich der Körper von Kopf bis Fuß neu aufbaut. Anstatt sich in dieser Zeit auf Gerüchte zu verlassen, können Sie Ihre Sorgen verringern, wenn Sie wissenschaftliche und praktische Fakten kennen. Im Folgenden finden Sie die häufigsten Situationen während der Schwangerschaft sowie die wichtigsten Punkte, auf die Sie achten sollten.

In Bezug auf den Prozess

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass werdende Eltern sich bewusst sind, dass jeder Moment und jede Phase der Schwangerschaft unterschiedliche Merkmale aufweisen und dass sie sich entsprechend verhalten müssen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Sollten Sie während der Schwangerschaft eines der folgenden Symptome bemerken, sollten Sie sich unverzüglich an Ihren Arzt oder die nächstgelegene medizinische Einrichtung wenden:

  • Vaginale Blutungen oder anhaltender Schmierblutungen

  • Flüssigkeitsaustritt (Verdacht auf vorzeitigen Blasensprung)

  • Starke und anhaltende Kopfschmerzen, verschwommenes Sehen oder Flimmern vor den Augen (Anzeichen einer Präeklampsie)

  • Deutliche Abnahme der Kindsbewegungen oder Ausbleiben der Kindsbewegungen (insbesondere ab der 20. Woche)

  • Stöße gegen den Bauchbereich oder Stürze

  • In kurzen Abständen auftretende, schmerzhafte Wehen, die auch durch Ruhe nicht nachlassen

Wichtiger Hinweis: Der Verlauf einer Schwangerschaft ist individuell. Die Empfehlungen Ihrer Freundinnen oder aus Internetforen entsprechen möglicherweise nicht Ihrer körperlichen Verfassung. Bei allen Fragen und Bedenken ist es für Ihre Gesundheit und die Ihres Babys am sichersten, sich direkt an Ihren Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin zu wenden.

Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel

  • Die Einnahme von Folat (Folsäure): Um Neuralrohrdefekte (z. B. Spina bifida) bei Babys zu verhindern, ist die Einnahme von Folsäure bereits vor der Schwangerschaft und während der ersten drei Monate entscheidend. Dieser Prozess ist für die Zellteilung und die DNA-Synthese von entscheidender Bedeutung.

  • Eisenmangel und Anämie: Das Blutvolumen steigt während der Schwangerschaft um etwa 50 %. Dies führt zu einer Verwässerung der roten Blutkörperchen, die den Geweben Sauerstoff zuführen (physiologische Anämie). Wird kein zusätzliches Eisen zugeführt, kann dies bei der Mutter zu extremer Müdigkeit und beim Kind zu einem Risiko für Entwicklungsverzögerungen führen. Eisenpräparate sollten nicht zusammen mit Kalzium (z. B. Milch und Milchprodukten) eingenommen werden, da Kalzium die Eisenaufnahme hemmt.

  • Lebensmittelsicherheit und Infektionen: Während der Schwangerschaft ist das Immunsystem in natürlicher Weise geschwächt. Daher sollten rohes Fleisch (rohe Fleischbällchen, kaum durchgebratenes Steak), un gründlich gewaschenes Gemüse und unpasteurisierte Milchprodukte (insbesondere Weichkäse) unbedingt vermieden werden. Diese Lebensmittel bergen das Risiko schwerwiegender Infektionen wie Toxoplasmose und Listeriose, die beim Kind zu einer geistigen Behinderung, einer Fehlgeburt oder einer Totgeburt führen können.

Körperliche Veränderungen und alltägliche Probleme

  • Übelkeit und Erbrechen (Hyperemesis gravidarum): Insbesondere im ersten Trimester (den ersten drei Monaten) tritt morgendliche Übelkeit aufgrund hormoneller Veränderungen häufiger auf. In der Regel lässt sie sich durch leichte Snacks und salzige Cracker lindern. Wenn die werdende Mutter jedoch weder Flüssigkeiten noch Nahrung im Magen behalten kann, rapide an Gewicht verliert und weniger Urin ausscheidet, spricht man von „Hyperemesis gravidarum“. Eine Dehydrierung ist sowohl für die Mutter als auch für das Baby gefährlich und erfordert eine intravenöse Flüssigkeitszufuhr im Krankenhaus.

  • Sodbrennen und Reflux: Das während der Schwangerschaft ausgeschüttete Hormon Progesteron lockert die Klappe zwischen Magen und Speiseröhre. Außerdem drückt die wachsende Gebärmutter auf den Magen, wodurch Magensäure nach oben steigt. Kleine, häufige Mahlzeiten und das Vermeiden des Hinliegens unmittelbar nach dem Essen lindern diese Beschwerden.

  • Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes): In der Regel tritt er in der 24. bis 28. Schwangerschaftswoche auf, wenn die von der Plazenta ausgeschütteten Hormone eine Insulinresistenz verursachen. Entgegen der landläufigen Meinung schadet der Schwangerschaftsdiabetes-Screening-Test (Glukosetoleranztest) weder dem Baby noch der Mutter; im Gegenteil: Durch die Erkennung und Kontrolle dieser schleichend verlaufenden Erkrankung werden eine übermäßige Gewichtszunahme des Babys (Makrosomie) sowie mögliche Geburtsverletzungen verhindert.

Zu beachtende Risiken und die Einnahme von Medikamenten

  • Unsachgemäßer Umgang mit Medikamenten: Viele Medikamente, die während der Schwangerschaft eingenommen werden, gelangen über die Plazenta zum Kind und können dessen Organentwicklung irreversibel beeinträchtigen (teratogene Wirkung). Selbst die einfachsten Schmerzmittel sollten nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden. So können beispielsweise bestimmte Schmerzmittel, die in den letzten Schwangerschaftsmonaten eingenommen werden, dazu führen, dass sich die lebenswichtigen Herzgefäße des Kindes im Mutterleib (Ductus arteriosus) vorzeitig verschließen.

  • Bluthochdruck in der Schwangerschaft (Präeklampsie): Die Präeklampsie, im Volksmund auch als „Schwangerschaftsvergiftung“ bekannt, ist durch Bluthochdruck, Eiweißausscheidung im Urin und starke Schwellungen an den Händen und im Gesicht gekennzeichnet. Sie beginnt mit einer Fehlplatzierung der Plazenta an der Gebärmutterwand. Wird sie nicht behandelt, kann sie bei der werdenden Mutter zu Krampfanfällen (Eklampsie) und zu Organversagen führen und für das Kind lebensbedrohlich sein.

  • Strahlung und Bildgebung: Während der Schwangerschaft sollten ionisierende Verfahren wie Röntgenaufnahmen und Computertomographie vermieden werden. In unvermeidbaren Fällen, etwa bei Zahnbehandlungen, muss unbedingt eine Bleischürze getragen werden. Die Ultraschalluntersuchung ist hingegen für das Baby völlig unbedenklich, da sie mit Schallwellen arbeitet.

Alltag und Gewohnheiten

  • Reise- und Schlafposition: Insbesondere ab der 20. Woche wird das Schlafen in Rückenlage nicht empfohlen. In Rückenlage übt die zunehmend schwer werdende Gebärmutter Druck auf die Hauptvene (Vena cava inferior) aus, die das Blut zum Herzen transportiert. Dies führt zu einem plötzlichen Blutdruckabfall und zu einer Verringerung der Durchblutung des Babys. Die ideale Position ist die linke Seitenlage.

  • Reisen: Bei langen Reisen ist das Risiko einer Blutgerinnselbildung (Thrombose) bei Schwangeren deutlich höher als unter normalen Umständen. Daher sollte alle 1,5 bis 2 Stunden eine Pause eingelegt und ein Spaziergang gemacht werden, um die Durchblutung anzuregen.